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Massenhaft Kulturgut - In der Masse liegt die Klasse PDF Drucken E-Mail
Allianz "Schriftliches Kulturgut erhalten" - Samstag, 29. Mai 2010, Deutsche Nationalbibliothek Leipzig   Da für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts finanzielle Mittel benötigt werden, informiert die Allianz "Schriftliches Kulturgut erhalten" seit 2005 mit Nationalen Aktionstagen über Wege und Methoden, dieses Kulturerbe mit effektiven Verfahren nachhaltig vor dem Verfall zu retten. Ziel der Allianz ist es, die Sicherung des gefährdeten schriftlichen Kulturguts im öffentlichen Bewusstsein als wichtige Aufgabezu verankern. Nur wer seine Vergangenheit kennt, trifft in der Gegenwart die richtigen Entscheidungen für die Zukunft.  

 

"Massenhaft Kulturgut"

 

Bücher, Aktenschriftstücke, Urkunden, Dokumente, Karten und Pläne - gedruckt, geschrieben oder gezeichnet auf Leder, Pergament, Papier oder gespeichert auf Datenträgern: In den Bibliotheken und Archiven Deutschlands werden unzählige Originale aufbewahrt - das schriftliche Erbe unseres Landes.

Dass diese Originale gefährdet sind, wurde offenbar beim Oder- und Elbehochwasser 2002, beim Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar 2004 und zuletzt beim Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln 2009. Doch neben solchen Katastrophen gibt es auch den alltäglichen schleichenden Verlust von Kulturgut oder Archivalien durch Zerfall säurehaltigen Papiers bei Büchern und durch Tintenfraß bei alten Schriftstücken.

Betroffen sind davon nicht nur allseits bekannte Stücke weit zurückliegender Jahrhunderte wie z.B. Notenhandschriften von Johann Sebastian Bach. Vielmehr müssen auch die Zeugnisse der jüngeren Alltagskultur der Nachwelt überliefert werden. Bestandserhaltung betrifft nicht nur die Restaurierung herausragender, wertvoller Einzelobjekte, sondern auch "massenhafte Bestände" der neueren Zeit.
In den Bibliotheken sind das besonders die für Ihre Zeit so typischen Zeitschriften und Druckwerke populärer Literatur wie z. B. Krimis und Comics, in den Archiven vor allem massenhafte Aktenbestände des 19., 20. und 21. Jahrhunderts mit hoher Aussagekraft für die Sozial- und Zeitgeschichte. Das säurehaltige Papier stellt angesichts der Mengen eine besondere Herausforderung für den Erhalt dar. Aber auch die sich rasant entwickelnden elektronischen Medien, ob auf Datenträgern oder nur virtuell verfügbar, erfordern schon jetzt Strategien und Techniken zu ihrer dauerhaften Archivierung.

Warum diese wichtigen Unterlagen erhalten werden müssen und was dazu geschehen muss und kann, soll am 29. Mai in Leipzig thematisiert werden. Das Thema des 6. Nationalen Aktionstags der Allianz "Schriftliches Kulturgut erhalten" lautet daher: "Massenhaft Kulturgut - In der Masse liegt die Klasse".

 

KUR-Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut

 

Der Nationale Aktionstag 2010 bietet außerdem Gelegenheit, die bisherigen Ergebnisse zweier im Rahmen des KUR-Programms zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut geförderter Projekte kennenzulernen: "Nachhaltigkeit der Massenentsäuerung von Bibliotheksgut" und "Stabilisierung zerfallsgeschädigter Zeitungsseiten".

 

"Nachhaltigkeit der Massenentsäuerung von Bibliotheksgut"

 

Seit rund 15 Jahren setzen Bibliotheken und Archive Massenverfahren zur chemischen Neutralisierung säurehaltiger Bestände ein. Im Rahmen des Projekts wird das Langzeitverhalten der entsäuerten Papiere und damit die Nachhaltigkeit der Entsäuerungsmaßnahmen untersucht. Darüber hinaus soll eine Methode zur zerstörungsfreien Messung des pH-Werts entsäuerter Papiere entwickelt werden.
Projektpartner: Deutsche Nationalbibliothek, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Department für Chemie der Universität für Bodenkultur Wien; beratend: Schweizerische Nationalbibliothek, Bern

 

"Stabilisierung zerfallsgeschädigter Zeitungsseiten"

 

Voraussetzung für eine Digitalisierung fragiler Zeitungsbestände ist deren Stabilisierung. Das Projekt erarbeitet modellhaft einen Lösungsansatz zur Stabilisierung hochbrüchiger Papiere: Folioseiten von Zeitungen werden in einem kostengünstigen Verfahren laminiert.
Projektpartner: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz,
Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung Potsdam

Das KUR-Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut fördert beispielhafte Konservierungs- und Restaurierungsprojekte in Museen, Archiven und Bibliotheken an Objekten oder Sammlungen von hohem kulturhistorischem Wert, die akut vom Verfall bedroht sind. Die ausgewählten Projekte entwickeln wissenschaftliche Grundlagen und innovative Lösungen für die Konservierung und Restaurierung und kooperieren mit zahlreichen Forschungsinstituten, Hochschulen und Museen im In- und Ausland.

 

Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder.



Präsentationen, Vorträge, Podiumsgespräch zur Bestanderhaltung, Einblicke in Arbeitsabläufe, Mitmachprogramm für Kinder, Führungen

Samstag, 29. Mai 2010, 11.00 bis 18.00 Uhr

 

Veranstaltungsort
Deutsche Nationalbibliothek
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

 

Der Eintritt ist frei.


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Quelle: Nationalbibliothek Leipzig


Frank Vogel
Geschrieben am Donnerstag, den 06. Mai 2010 um 22:52 Uhr von Frank Vogel

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